Mit genossenschaftlichen Werten erfolgreich
Vertreterversammlung der Volksbank Dortmund-Nordwest/
Mitglieder und Kunden bestätigen Wachstumskurs
Dortmund. „Darauf können Sie stolz sein“, sagte Vorstandsmitglied Stephan Schäffer am Mittwoch auf der Vertreterversammlung: Ihre Kreditgenossenschaft habe in 2010 „echte Saisonerfolge“ erzielt und sei auf Wachstumskurs. „Wir haben ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell“, nannte Schäffer in der Eisenbarth Gastronomie (Lütgendortmund) den Grund für den Erfolg. 2010 hatte die Volksbank ihre Mitglieder und das Thema Mitgliedschaft in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt. Mehr als 1.100 neue Teilhaber wurden gewonnen, aktuell sind über 13.500 Mitglieder zugleich Eigentümer der Volksbank: Rekord. Auch Vorstandsmitglied Johannes Ridder machte deutlich, dass ihn das Thema Mitgliedschaft fasziniere: „Den genossenschaftlichen Förderauftrag mit neuem Leben zu füllen und den Geist der Urväter in die heutige Zeit zu transportieren ist eine tolle Aufgabe.“
Vor über 200 Zuhörern – darunter 114 Vertreter – sagte Schäffer: „Es freut mich sehr, dass wir weiterhin Kredite vor allem an mittelständische Unternehmen hier in der Region vergeben, während andere sich wegen erforderlicher Korrekturen zurückziehen müssen.“ Zudem gelte die Volksbank als sicherer Hafen, und „offenbar ist die Mitgliederorientierung gerade in Krisenzeiten der Profitmaximierung als Unternehmensziel klar überlegen. Sie sorgt für Stabilität und stärkt die Wirtschaftsstrukturen in unserer Region“.
Schäffer stellte die genossenschaftlichen Werte der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und der Selbstverwaltung ins Zentrum seiner Aussagen: „Diese Werte genießen hohes Vertrauen in der Bevölkerung und sind fester Bestandteil der kulturellen Wertelandschaft.“ Entsprechend setze die Kreditgenossenschaft auf Verlässlichkeit und Transparenz: „Wir beraten aufrichtig und fair.“
Dass die Politik in Berlin, Brüssel und Basel allerdings die Volksbank in einen Topf werfe mit global aktiven Investmentbanken und renditeorientierten Finanzkonzernen, ärgert Schäffer sichtlich. Insbesondere bei Bankenabgabe und Geldautomatengebühren machte er deutlich, dass Regionalinstitute benachteiligt werden: „Es gibt Banken, die zocken, und es gibt Banken, die zocken nicht – und es gibt Banken mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell, und es gibt Banken ohne zukunftsfähiges Geschäftsmodell.“
Im Tagesgeschäft habe die Volksbank bewiesen, dass sie seriös und erfolgreich arbeite, so Schäffer. Inmitten des Aufschwungs agiere sie nachhaltig und verlässlich: „Wir setzen auf Nähe zu unseren Kunden, auf eine mittelständische Organisationsstruktur, solide Bankgeschäfte.“ Entsprechend stieg die Bilanzsumme Ende 2010 um sechs Prozent auf 439 Millionen Euro.
Bei den Krediten verzeichnete das Genossenschaftsinstitut ein Neugeschäft von mehr als 31 Millionen Euro: „Eine Kreditklemme gab es bei uns nicht. Ganz im Gegenteil – wir könnten viel mehr Kredite vergeben, als wir zurzeit Nachfrage haben.“ Mehr als 90 Millionen Euro Kreditwünsche könnten aktuell erfüllt werden. Der Mittelstand sei guten Mutes: „Die Volksbank Dortmund-Nordwest wird ihn nach Kräften unterstützen.“ Erfreulich sei auch, dass die Volksbank ihre Kundeneinlagen erneut stark gesteigert haben, und zwar um 7,6 Prozent auf 301 Millionen Euro. Größter Beliebtheit erfreut sich das Mitgliederexklusivkonto für Tagesgeld: MEX.
Das Kundengesamtvolumen bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Diese Kennzahl zeigt die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite inklusive der betreuten Produkte von Verbundpartnern: „Hier haben wir um mehr als 2,7 Prozent zugelegt und erreichen mittlerweile 771 Millionen Euro.“ Das Betriebsergebnis stieg um plus 15 Prozent, der Jahresüberschuss um 33 Prozent.
Nach der Feststellung des Jahresberichts beschloss die Vertreterversammlung den Mitgliedern eine Dividende von fünf Prozent auf ihre Bankanteile zu zahlen. 689.000 Euro sollen in die Rücklage gehen. Nach der Entlastung der Gremien wurden Dr. Reinhard Büker, Dr. Ulrich Gierse und Wilhelm Tackenberg erneut für drei Jahre in den Aufsichtsrat gewählt.
Den Abschluss der Vertreterversammlung gestalteten Vorstandsmitglied Johannes Ridder, Vertriebsmanager Jörg Lott und der Kabarettist Christoph Brüske. Ridder hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für gemeinsames Wirtschaften und traditionelle Werte. In Anlehnung an die Kampagne „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“ sagte er, dass unter den Mitarbeitern der Volksbank mindestens 95 Prozent der wichtigsten Werte identisch seien. Gemeinsam stünde man auf genossenschaftlichem Fundament.
In einer eigenen Broschüre dokumentiert die Bank diese Werte jetzt sehr deutlich. Johannes Ridder: „Keine Pflanze wird sich gut entwickeln, wenn sie sich nicht fest verwurzeln kann. Ihre Volksbank Dortmund Nordwest hat feste Wurzeln. Seit jetzt 123 Jahren stehen wir auf dem genossenschaftlichen Fundament. Wie die Gründerväter sind wir im gleichen Geiste in aktueller Zeit unterwegs. Mehr als 13.500 Mitglieder sorgen für eine starke Gemeinschaft. Und es werden täglich mehr. Viele Krisen der Welt und in Deutschland hat ihre Volksbank überstanden. Wir sind weiter ihr persönlicher Finanzpartner vor Ort.“
Kabarettist Brüske ging anschließend genauso emotional an die Unverständlichkeiten der Gegenwart heran. Dabei bekamen Politik und Gesellschaft deutlich mehr Fett weg als der kleine Mann auf der Straße. Und Vertriebsexperte Lott zeigte unterhaltsam auf, dass nicht nur eine Tomatenpflanze Pflege braucht, sondern auch das Miteinander von Finanzdienstleister und Kunde.